KDV bedeutet: Du erklärst, dass du aus Gewissensgründen keinen Kriegsdienst mit der Waffe leisten
kannst. Das ist in Deutschland ein Grundrecht.
Wichtig: Es geht dabei nicht um „einfach keine Lust“, sondern um eine persönliche
Gewissensentscheidung gegen bewaffneten Dienst.
Für dich ist KDV besonders relevant, wenn du…
Anmerkung: Auch Menschen, die bereits in der Bundeswehr tätig sind (z. B. Soldat*innen
Reservist*innen), haben grundsätzlich ein Recht auf KDV – das hat aber oft Besonderheiten und sollte
individuell besprochen werden.
Das heißt: Viele Anträge werden anerkannt – und ein Teil scheitert eher an Formalia oder
daran, dass die Begründung nicht klar genug ist.
Das Anschreiben braucht folgende Hinweise:
Beispiel eines Musteranschreibens
Der Lebenslauf ist tabellarisch abzugeben und muss lückenlos sein. Also auch bitte Chillzeiten als „Reisezeit“ oder „Erholungszeiten“ oder „Jobben“ reinschreiben.
Die Begründung ist der wichtigste Teil. Sie muss zeigen:
1) Deine klare Grenze
„Ich kann nicht verantworten, einen Menschen mit einer Waffe zu verletzen oder zu töten – auch nicht auf
Befehl.“
2) Was „Gewissen“ für dich konkret bedeutet
Welche Werte sind nicht verhandelbar? (z. B. Schutz des Lebens, Gewaltfreiheit, Menschenwürde)
3) Wie diese Entscheidung entstanden ist
Gab es Erlebnisse, Gespräche, Prägungen, Engagement, Religion/Weltanschauung, Familiengeschichte oder
einen Wendepunkt?
4) Wie sich das in deinem Handeln zeigt
Beispiele helfen: Konfliktlösung ohne Gewalt, Zivilcourage, Ehrenamt, Haltung in Alltag, Schule oder Arbeit.
5) Warum du dabei bleibst – auch unter Druck
Warum diese Grenze auch dann gilt, wenn Hierarchie, Stress oder Gruppendruck dazukommen.
Was reicht allein meistens nicht aus?
Diese Punkte können vorkommen, tragen aber allein selten die Gewissensentscheidung:
Wenn solche Dinge bei dir eine Rolle spielen, formuliere sie so, dass klar bleibt: Der Kern ist deine
Gewissensentscheidung gegen bewaffneten Dienst.
Hinweis für alle die ChatGPT & Co. nutzen möchten
Viele nutzen KI zum Schreiben. Das ist verständlich – aber bei der KDV-Begründung kann Copy & Paste nach hinten losgehen. Entscheidend ist nicht „schön formuliert“, sondern dass dein Text wirklich deine persönliche Gewissensentscheidung erklärt.
Diese Seite zeigt dir, wie du KI sicher, ehrlich und sinnvoll als Schreibhilfe nutzt – ohne dir selbst zu schaden.
1) Warum „Copy & Paste“ riskant ist
Wenn du einfach einen fertigen KI-Text übernimmst, passieren häufig diese Probleme:
Das kann dazu führen, dass Rückfragen kommen oder die Begründung als nicht überzeugend angesehen wird. Bei KDV zählt: persönlich, nachvollziehbar, in eigenen Worten.
2) Was du mit KI machen darfst
KI ist am besten für:
✅ Struktur & Aufbau (Gliederung, roter Faden)
✅ sprachliches Aufräumen (kürzen, verständlicher machen, Rechtschreibung)
✅ Fragen stellen, die dir beim Nachdenken helfen
✅ Feedback: „Ist das logisch? Gibt es Widersprüche?“
KI ist nicht sinnvoll für:
❌ „Schreib mir eine perfekte Begründung, die jeden überzeugt“
❌ Texte „generieren lassen und 1:1 einreichen“
❌ Dinge „aufhübschen“, die du nicht erlebt hast
3) Die goldene Regel: Inhalt kommt von dir, Form darf KI helfen
Dein Antrag hat die besten Chancen, wenn klar wird:
Das musst du selbst liefern – KI kann es nur sortieren und verständlich formulieren.
4) So nutzt du KI richtig: Schritt-für-Schritt
Schritt 1: Schreib erst Stichpunkte – ohne KI
Beantworte ehrlich (kurz reicht):
Schritt 2: Lass KI daraus eine Gliederung machen
Zum Beispiel: Einleitung – Entwicklung – Werte – Beispiele – Konsequenz – Schluss.
Schritt 3: Formulieren lassen – aber nur mit deinen Punkten
Du gibst KI deine Stichpunkte und sagst:
„Formuliere daraus einen Text in einfacher Sprache, 1–1,5 Seiten, ohne Floskeln. Verwende nur die Fakten aus meinen Stichpunkten.“
Schritt 4: Danach kommt der wichtigste Teil: „Mach es zu deinem Text“
5) Checkliste: Woran du erkennst, dass dein Text „zu KI-mäßig“ ist
Wenn mehrere Punkte zutreffen: unbedingt überarbeiten.
6) Was du auf keinen Fall machen solltest
7) Ein guter KI-Prompt
Du kannst z. B. so arbeiten:
Prompt-Beispiel:
„Ich schreibe eine KDV-Begründung. Hier sind meine Stichpunkte (nur diese verwenden, nichts erfinden). Formuliere daraus einen Text in einfacher Sprache (ca. 4.000–6.000 Zeichen), der klar macht: (1) meine Gewissensentscheidung gegen bewaffneten Dienst, (2) wie sie entstanden ist, (3) warum sie auch unter Druck gilt. Bitte ohne Floskeln und ohne Übertreibungen.“
8) Überprüfe bei Einsatz von KI deinen Text ob er als KI Text erkannt wird
Bevor du das Schreiben versendest, überprüfe ob eine KI Detector es als KI generiert erkennt. Die Quote sollte keinesfalls über 50% KI generiert erkannt werden.
Du kannst u.a. folgende KI Checkertools nutzen:
https://copyleaks.com/ai-content-detector?utm_source=chatgpt.com
https://gptzero.me/?utm_source=chatgpt.com
9) Wenn du dir unsicher bist: Beratung hilft!
Gerade wenn du:
kann ein kurzer Beratungscheck helfen, damit dein Antrag vollständig ist und deine Begründung wirklich trägt.
Die neuere BAFzA-Infoseite zur KDV (mit Stand/Änderungen zum 01.01.2026 durch das Wehrdienstmodernisierungsgesetz) stellt ausdrücklich klar, der Antrag auf Kriegsdienstverweigerung ist einzureichen beim:
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw)
– Wehrersatzbehörde –
Militärringstraße 1000,
50737 Köln
Tipp: Kopien von allem machen und möglichst so verschicken, dass du einen Nachweis hast also z.B. als Einwurfeinschreiben.
Diese 3 Teile müssen in dem Brief enthalten sein:
Typisch ist folgender Ablauf:
Wichtig: Auch wenn du schon beantragt hast: Einladungen/Termine nicht ignorieren. Wenn du nicht
kannst, rechtzeitig reagieren und um Verlegung bitten.
Musterung/Eignungsfeststellung: warum das oft der nächste Schritt ist!
In der aktuellen Praxis wird die Eignungsfeststellung („Musterung“) in vielen Fällen vorangestellt, bevor über die Anerkennung entschieden wird. Deshalb lautet unser praktischer Rat: Termin wahrnehmen und kooperativ mitmachen, damit dein Verfahren nicht unnötig stockt.
Wichtig vorab: Keine KDV-Unterlagen zur Musterung mitnehmen
Auch wenn es naheliegend wirkt: Bring deine KDV-Begründung oder weitere KDV-Schreiben nicht zum Musterungstermin mit und gib dort keine „zweite“ schriftliche KDV-Erklärung ab.
Warum? Deine KDV-Erklärung hast du mit deinem Antrag bereits wirksam abgegeben. Die Musterung ist nicht der Ort, an dem über deine KDV inhaltlich entschieden wird – sie dient vor allem der Feststellung der Tauglichkeit.
Typischerweise umfasst sie:
Achtung bei Formularen & Unterschriften (hier passieren die typischen Fehler)
Bei der Musterung oder schon vorher können dir Unterlagen vorgelegt werden, die nach „Freiwilligkeit“ oder
„Interesse“ am Dienst klingen. Das ist nicht automatisch „böse“, aber du solltest es sauber und eindeutig
handhaben.
(a) Fragebogen vorab (häufig vor dem Termin)
Darin stehen oft Fragen zu Gesundheit, Ausbildung und teilweise auch zu Dienstbereitschaft/Interessen (z. B.
freiwilliger Wehrdienst, gewünschte Laufbahn).
Praktische Strategie:
Antworte ehrlich – und wenn es um Dienstbereitschaft/Laufbahn geht, mach klar:
„Ich habe am [Datum] meine Erklärung zur Kriegsdienstverweigerung abgegeben.“
(b) Protokoll/Unterlagen vor Ort (Checkboxen, „Bereitschaft“-Angaben)
Vor Ort wird häufig etwas dokumentiert oder unterschrieben. Kritisch sind Passagen, die wie eine freiwillige
Verpflichtung oder Zustimmung wirken könnten.
Praktische Strategie:
Vor der Unterschrift alles lesen. Wenn du unsicher bist oder eine „Freiwillig“-Aussage drinsteht, kannst du
handschriftlich ergänzen:
„Unterschrift erfolgt unter Vorbehalt meiner Erklärung der Kriegsdienstverweigerung vom
[Datum].“
(c) Tauglichkeits-/Musterungsbescheid (kommt oft später per Post)
Nach der Musterung erhältst du in der Regel einen Bescheid. Den gut aufheben. In der Praxis ist er häufig ein
wichtiger Baustein, damit die KDV-Prüfung weiterläuft.
Kurzregeln für den Termin
✅ Anerkennung
Herzliche Gratulation du hast es geschafft du bist nun anerkannter Kriegsdienstverweigerer.
❌ Ablehnung oder „unzulässig“
Du hast es leider noch nicht geschafft - es bedeutet nicht automatisch „Ende“ – aber du musst nun schnell und strukturiert reagieren.
Schritt 1: Frist sichern
Schritt 2: Widerspruch einlegen
Du kannst grundsätzlich Widerspruch einlegen.
Wichtig: rechtzeitig eingehen lassen, Aktenzeichen angeben, Frist retten.
Schritt 3: Inhaltlich oder formal nachbessern
Schritt 4: Wenn der Widerspruch abgelehnt wird
Dann ist der nächste Schritt typischerweise die Klage beim Verwaltungsgericht – Frist steht wieder im
Bescheid.
Ja – sinnvoll ist das vor allem bei neuen Gründen.
Ein neuer Antrag („Zweitantrag“) macht besonders dann Sinn, wenn sich deine Gewissensentscheidung
nachweisbar weiterentwickelt hat oder neue Tatsachen/Belege dazukommen.
Wichtig: Ein neuer Antrag ersetzt nicht automatisch Widerspruch/Klage. Fristen aus dem Bescheid sind
entscheidend.
Du kannst das Verfahren selbst machen – oder dir Unterstützung holen. Wir helfen dir dabei, dass alles vollständig, verständlich und in deinen eigenen Worten ist:
Wichtig: Wir ersetzen keine anwaltliche Beratung und keine rechtliche Vertretung. Bei Fristen, Ablehnung oder Gerichtsverfahren empfehlen wir zusätzlich professionelle Rechtsberatung.
→ Beratung anfragen: Katholoisches Jugendreferat Ulm
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